Einleitung Teil 3: Erste Antworten auf meine Fragen, aber trotzdem

000000003

Erste Antworten auf meine Fragen fand ich bei den Psychologen und Psychotherapeuten. Von ihnen kann man viel lernen über das Leben und sich selbst.

Wir können zum Beispiel lernen, wie wir unbewusst und ganz automatisch agieren und reagieren, wie wir durch unsere Herkunft geprägt sind, wie die Fäden gesponnen sind in dem Familiensystem in dem wir ein Teil sind, welche unsere markantesten Beziehungsmuster sind und vieles andere mehr.

Ist ihnen schon aufgefallen, dass sie immer bei Partnern landen, die …… dominante Führungspersönlichkeiten sind?

Ich wünsche jedem Menschen, der über sich selbst, seine Beziehungen zu seinen Mitmenschen und über das Leben insgesamt mehr wissen möchte, jedem, der mehr begreifen möchte und der im Leben dazulernen möchte, zumindest eine zeitlang eine Psychotherapie machen zu können.

Es war in der dritten Therapiestunde in meinem Leben, ich war 22 Jahre alt, der Therapeut hatte mir vorgeschlagen eine kleine Visualisierungsübung zu machen, und mit einem Schlag war mir völlig klar, warum sich über mehr als zehn Jahre hinweg mein Gesundheitszustand mehr und mehr verschlechtert hatte, warum ich immer krank und kränker wurde, warum ich ständig körperliche Schmerzen habe, oft keine Luft bekomme und zu einem Herz-Kranken wurde. Alles war deutlich erkennbar, logisch, in sich schlüssig und nachvollziehbar.

Zugleich wusste ich, dass ich mein ganzes Leben lang von einem Arzt zum anderen laufen könnte, ein Medikament nach dem anderen nehmen könnte, und ich würde trotzdem nie wirklich gesund werden. Denn mit den Ärzten und Medikamenten würde ich bzw. würden wir nie die wahren Ursachen meiner Erkrankungen und meiner Schmerzen erkennen, und wie will man eine Krankheit nachhaltig heilen, wenn man keine Ahnung hat von der wahren Ursache der Erkrankung, denn man kann dann ja die wahre Ursache einer Erkrankung gar nie gezielt und ordentlich behandeln. Jeder Feuerwehrmann weiß, dass man das Löschwasser in den Brandherd spritzen muss, und nicht in die Flammenspitzen, aber die moderne westliche Medizin mit ihren Medikamenten agiert genau so, wie der Feuerwehrmann, der nie in den Brandherd, sondern immer nur in die Flammenspitzen spritzt.

Für mich also war alles deutlich erkennbar, logisch, in sich schlüssig und nachvollziehbar. Ich wusste, warum ich ständig krank war und was die Ursachen aller meiner Erkrankungen sind. Zugleich aber bedeutet ein solches Wissen auch, dass man selbst die Verantwortung hat für sein „krank sein“ und sein „gesund werden“. Allerdings ist manches im Leben wohl schnell erkannt, aber man braucht Jahre oder gar Jahrzehnte oder gar sein ganzes Leben lang, um es zu heilen.

Ich empfinde es als Schade, dass in der modernen westlichen Medizin die wahren Ursachen der Erkrankungen nicht wirklich erfasst werden und nicht gezielt und genau definiert längerfristig an Heilung gearbeitet wird. Und zwar an einer wirklichen und nachhaltigen Heilung, für die Arzt und Patient längerfristig eng zusammenarbeiten.

So großartig die Psychologen und Psychotherapeuten für mich auch waren, rückblickend aber kann und muss ich auch erkennen, dass mir die Psychologen und Psychotherapeuten nur einzelne Teile anbieten konnten, kein wirkliches Ganzes. Mit ihnen kann man Teilbereiche gut analysieren, sie haben oft gute Erklärungen, gute Techniken und gute Tipps, aber sie können doch nichts „wirklich“ erklären. Es ist dann, als würde man auf einer kleinen Leiter stehen und schon wenn man auf der zweiten Stufe steht, stößt man mit seinem Kopf am Plafond an. Und die Verlockung ist nahe, sich immer im gleichen Kreis zu drehen: „Im linken Zehen spüre ich, glaube ich, schon wieder so ein Ziehen. Das ist bestimmt wegen diesem Traum in der Nacht vor drei Tagen in dem es um meine Mutter und mich ging. Wir wissen ja, mein Mutterthema, mein Vaterthema, mein Beziehungsthema.“

Etc., etc., etc. und dann wird der interessierte Mensch, der mit einem Psychologen oder Psychotherapeuten lernt und sich entwickelt, dann, wenn er darin stecken bleibt und sich nicht weiter entwickelt, dann, wenn er den Psychologen oder Psychotherapeuten nicht eines Tages auch wieder verlässt und weiter geht, zu einem echten „Psych“, wie der Volksmund treffend sagt, also zu einem, der immer im eigenen Saft schmort und auf die Hilfe von angeblich Wissenden angewiesen ist. Aber, wie bereits oben gesagt, ich möchte keine einzige Stunde bei „meinen“ Psychologen und Psychotherapeuten missen und jedes Mal habe ich etwas Wertvolles gelernt.

Allerdings, noch weitreichender und ernstzunehmender waren dann die Erfahrungen, die ich bei verschiedenen „Esoterikern“ machte. Ja, soeben floss das richtige Wort auf´s Papier, es geht dabei nämlich um „Erfahrungen“ und nicht nur um „Wissen“. Man redet nicht nur über etwas, man hört nicht nur von etwas, man liest nicht nur über etwas, man sieht nicht nur etwas, sondern man erlebt es.

Haben sie schon einmal eine Woche lang gefastet, sich dann mit zwanzig anderen Menschen für eine ganze Nacht lang in einen Raum zurückgezogen mit der freiwillig gegebenen Vereinbarung „die ganze Nacht lang verlässt keiner den Raum“, dann die ganze Nacht lang Alkohol getrunken und dabei darauf geachtet wie es ihnen mit ihnen selbst geht, wie es ihnen mit den Anderen geht, und die nächsten drei Tage dann haben sie darüber nachgedacht und sich mit den Anderen darüber ausgetauscht was sie in dieser Nacht erlebt und erfahren und erkannt haben? Ich wünsche jedem Menschen, solche und andere Erfahrungen machen zu können. Man sieht und erkennt dann mehr von sich selbst, seinen Mitmenschen und dem Leben. Solche Erfahrungen bereichern das Leben ungemein, sie erweitern den Horizont,.

Oder haben Sie schon einmal ein Feuerlauf-Seminar gemacht, bei dem sie mit ihren nackten Füßen ein paar Meter lang über glühende Kohlen laufen als würden Sie über Watte laufen, während sie sonst panisch mit der Hand zurückzucken, wenn sie nur für den Bruchteil einer Sekunde mit ihrer Hand einen heißen Küchentopf berühren? Da ist man dann so euphorisch beglückt und umarmt spontan fremde Menschen, weil man eigentlich das ganze Universum umarmen möchte.

Aber rückblickend muss ich auch dazu erkennen, dass ich bei den „Esoterikern“ wohl sehr viel erlebt und erfahren und gelernt habe, aber, dass auch sie nur einzelne Teile anbieten konnten und können und kein wirkliches Ganzes: Okay, so tue ich, so tut der andere, ich tue so weil in meiner Kindheit, der tut so weil in seiner Kindheit, aber warum war meine Kindheit so und seine Kindheit so, auf diese und ähnliche Fragen haben sie keine Antworten.

Herzlichst,
schon ein ganz klein wenig wissend,
Dr. W. Zottler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code